PVC in der Medizin

Westeuropa verbraucht jedes Jahr über sechs Millionen lebensrettende Blutkonserven. Das Material der Blutbeutel und Infusionsschläuche ist PVC. Es ist transparent wie Glas, aber leicht und unzerbrechlich. In PVC-Beuteln bleibt das Blut länger haltbar als in anderen Behältern. PVC ist das dominierende Material für Blutbeutel. Die Anwendung stellt hohe Anforderungen an den verwendeten Werkstoff: Hitzeresistent beim Sterilisieren, kälteelastisch beim Einfrieren der Blutkonserven, flexibel beim Befüllen und bei der Infusion. Der Beutel soll zuverlässig verschweißt werden können und eine lange Lagerung des Blutes ermöglichen. PVC erfüllt alle diese Bedingungen. Vom Handschuh bis zum Element für künstliche Herzen, vom Infusionsschlauch bis zur Dialyseeinrichtung ist PVC bevorzugter Kunststoff der Intensivmedizin.

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Besondere Vorzüge zeigt PVC, wenn eine Kombination spezifischer Eigenschaften gefordert ist: Beim Einsatz von Rollenpumpen zum Beispiel müssen die verwendeten Schlauchsysteme hochelastisch sein und gleichzeitig einen möglichst geringen Abrieb aufweisen. PVC erfüllt beide Forderungen und erlaubt durch seine Transparenz eine leichte optische Kontrolle der transportierten Flüssigkeit.

Unabhängig vom konkreten Einsatz muss das Material problemlos sterilisierbar sein. Ob Dampfsterilisation, Sterilisation durch Ethylenoxid oder Bestrahlung - PVC kann ohne Veränderung der Materialeigenschaften keimfrei gemacht werden. Der verwendete Werkstoff gibt keine belastenden Substanzen an das Blut oder an Infusionsflüssigkeiten ab.

PVC für medizinische Anwendungen wird nur mit ausgesuchten, streng kontrollierten, Additiven hergestellt, die gesundheitlich unbedenklich sind. Rund 10.000 Tonnen PVC werden jährlich in der Medizintechnik eingesetzt. Mit einem Marktanteil von 30 Prozent ist PVC in diesem Bereich der am häufigsten eingesetzte Kunststoff.

PVC ist heute der mit Abstand gebräuchlichste Kunststoff in der Intensivmedizin. Rund 10.000 Tonnen PVC werden in Deutschland jährlich in Form von Beuteln und Schlauchsystemen für die verschiedensten Zwecke verbraucht, das sind etwa 30% des gesamten Kunststoffverbrauches in diesem Bereich. Meist handelt es sich um Weich-PVC mit einem Anteil von 5 bis 25% Weichmacher. Auch Handschuhe, Wundpflaster, Schlauchklemmen und andere Zubehörteile werden aus PVC hergestellt.

Zu den Hauptanforderungen im medizinischen Bereich zählt die Sterilisierbarkeit. Gleich ob durch Dampf-, Ethylenoxid- oder Strahlensterilisierung – PVC lässt sich mit allen Methoden problemlos keimfrei einstellen.

Im Bereich der Blutbeutel ist zum einen eine hohe Kälteelastizität wichtig, da Blutkonserven über längere Zeit eingefroren werden. Zum anderen müssen sie nach dem Auftauen weich und flexibel sein, damit die Beutel beim Entleeren in sich zusammenfallen können. Andernfalls müsste zum Druckausgleich eine Belüftung mit steriler Luft erfolgen, was die Handhabung wesentlich erschweren würde. PVC zeigt im medizinischen Bereich weitere günstige Eigenschaften. Seine Transparenz erleichtert die Überprüfung der Füllhöhe und die Beurteilung des Beutelinhaltes. Das gute Rückstellvermögen und das gute Abriebverhalten ermöglichen den Einsatz sogenannter Rollenpumpen. Ein Vorteil von PVC ist die Möglichkeit des sogenannten Hochfrequenzschweißens. Dieses Verfahren liefert besonders zuverlässige, porenfreie Schweißnähte. Die hohe Festigkeit der Schweißnähte ist wichtig, wenn das Blut zur Trennung in seine Bestandteile zentrifugiert wird.

Darüber hinaus zeigen Langzeitstudien, dass der Weichmacher DEHP (Di-(2-ethylhexyl)-Phthalat) die roten Blutkörperchen während der Lagerung im Blutbeutel vor Abbau bewahrt und somit eine längere Haltbarkeit des Blutes garantiert.

Als Stabilisatorsysteme werden ausschließlich Kalzium-Zink-Verbindungen eingesetzt, als Weichmacher dient überwiegend DEHP in medizinischer Qualität. Blut kann wegen seines Fettgehaltes geringe Anteile des Weichmachers aus dem PVC herauslösen. Die Wirkung des Weichmachers auf den Menschen wurde daher intensiv untersucht. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass für eine Gesundheitsgefährdung keine Anzeichen existieren.