„Materialeffizienz: Potenziale bewerten, Innovationen fördern, Beschäftigung sichern“

01. December 2005


Buchvorstellung im Business Center GAP 15, Düsseldorf – gemeinsame Aktion der „Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt, Bonn, und dem Wuppertal Institut und Club of Wuppertal am 30. November 2005


Materialkosten sind für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft von ebenso zentraler Bedeutung wie Lohnkosten. Mit modernen Technologien, aber auch mit geeigneten Managementmethoden lässt sich der Kostenfaktor Material deutlich reduzieren. Die betriebliche Praxis zeigt jedoch, dass dieses Potenzial nicht genügend genutzt wird. Zu den Ursachen zählen unter anderem fehlende Informationen und mangelndes Bewusstsein über die möglichen Einsparpotenziale. „Diese Potenziale haben wir versucht in den Diskussionen zum Entstehen dieses Buchs herauszuarbeiten. Deutschland hat keine Wirtschaftskrise, allenfalls vielleicht ein Imageproblem. Wir müssen uns bewusst machen, dass wir nach wie vor auf einem hohen Weltmarktniveau produzieren. Unsere Chancen liegen in einem effizienteren Umgang mit unseren Ressourcen, nicht im billigen Massenmarkt“, mahnt Werner Preusker, Geschäftsführer der „Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt (AgPU)“.

 

 

Eine konsequente Ausnutzung der betrieblichen Einsparpotenziale könnte die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verbessern und neue Arbeitsplätze schaffen. Gleichzeitig bedeutet jede Reduzierung der Materialdurchsätze auch eine erhebliche Entlastung der Umwelt. Ein Thema, für das sich besonders die AgPU stark macht.

Bestätigung findet dieser Ansatz in einer gemeinsamen Studie von Experten der Prognos AG und IW-Consult. Sie haben errechnet, dass die Steigerung der Materialeffizienz eine Erhöhung der Produktivität der Beschäftigten und eine Kostensenkung bewirken kann, die zum Teil zu einem Sinken der Preise und zu einem weiteren Teil zu einer Steigerung der Gewinne führt. Höher Effizienz beim Material kann zu sinkenden Importen führen, während die verbesserte Kostenstruktur zur Steigerung der Exporte führt, ermittelten die Experten in der vorgelegten Studie.

 

 

Auch auf europäischer Ebene ist Ressourceneffizienz ein aktuelles Thema. In der im Juni 2005 vom Europäischen Rat verabschiedeten "Erklärung über die Leitprinzipien der nachhaltigen Entwicklung" verpflichtet sich Europa, die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltbeeinträchtigungen als Zielsetzung anzustreben und zu respektieren.

Der letzte Bericht der Europäischen Kommission über die Umweltpolitik 2004 stellt ökoeffiziente Innovationen und Ressourceneffizienz als Schlüssel zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU dar. Im Bericht heißt es weiter, dass gerade vor dem Hintergrund des Ressourcenhungers der neuen großen und dynamischen Wirtschaftsmächte wie Brasilien, Indien oder China eine Erhöhung der Energie- und Ressourceneffizienz in diesen Ländern sowie in Europa notwendig ist.

 

Vor diesem Hintergrund der nationalen und globalen Herausforderungen an die Ressourcenproduktivität diskutieren die Herausgeber in dem neuen Buch „Materialeffizienz“, wie Materialeffizienz zum Erfolgsfaktor für innovative Produkte und Wettbewerbsfähigkeit werden kann.

 

„Materialeffizienz. Potenziale bewerten, Innovationen fördern, Beschäftigung sichern. Christa Liedtke, Timo Busch (Hrsg.) oekom verlag, München 2005