Erfolge der deutschen Reiter auch durch Matten aus recyclierten Dachbahnen
26. August 2008
Zweimal olympisches Gold holte der Vielseitigkeitsreiter Hinrich Romeike in Hongkong. Nervenstark und trittsicher zeigten sich er und sein Schimmel Marius im Mannschaftsfinale und im Einzelwettkampf. Auf bestens präpariertem Grund gewann die Damenmannschaft im Dressurreiten eine weitere Goldmedaille.
In der Arena von Sha Tin stand Deutschland bereits vor dem abschließenden Ritt von Romeike als Olympiasieger in der Vielseitigkeit fest. Vor 18.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena flog Hinrich Romeike mit Marius dann als letzter Reiter im Parcours über alle Hindernisse hinweg. Als bester Einzelreiter nach dem Dreikampf aus Dressur, Geländeritt und Springen holte er sein zweites Gold.
Als Favoritinnen ging auch das deutsche Damen-Dressurteam in den Wettkampf. Trotz einiger kleinerer Patzer konnten die Reiterinnen Heike Kemmer, Nadine Capellmann und Isabell Werth sich gegen das niederländische Trio durchsetzen und die Goldmedaille holen.
Auf trittsicherem Parcours
An dem Erfolg der deutschen Equipe hat neben exzellenten Reitern und Pferden ein ganz bestimmtes Produkt Anteil. Um den Pferden einen trittsicheren und trockenen Boden zu bieten, der die Gelenke der wertvollen Tiere nicht zusätzlich beansprucht, wurde der Boden entsprechend vorbereitet und spezielle Bodenmatten aus recyceltem PVC verlegt. Die darauf erstellte Tretschicht besteht aus Sand und Vlies.
Die Lochmatten stammen aus einem darauf spezialisierten PVC-Verarbeitungsbetrieb aus Deutschland. Sie sind rutschfest und wasserdurchlässig. Regenwasser versickert. Nach Regenfällen trocknet der Parcours schnell wieder ab. Das elastische Material federt und dämpft dadurch den Aufprall der Hufe. So werden Gelenke und Sehnen der Springpferde optimal geschont. Auch die Dressurreiter profitieren von einem weichen Boden: Die Gangarten der Pferde werden gleichmäßiger und eleganter.
Umweltstandards neu definiert
Für die Dressur- und Springwettkämpfe wurde die Sha Tin Arena neu gebaut. Die Anlage besteht aus einer 100 x 80 Meter großen, mit Sand gefüllten Arena und bietet 18 000 Zuschauern Platz. Der Kurs in Beas River weist eine Länge von 5,7 Kilometern auf. Die Anlagen haben neue Standards bezüglich Kosteneffektivität, Qualität und Umweltschutz geschaffen. Beim Bau wurde Wert auf die Verwendung von umweltfreundlichen Materialen gelegt.
Für den Bodenaufbau wurden aus Deutschland mehr als 22.000 Quadratmeter H-Lochmatten importiert. Die verlegten Matten hatten schon kurz vor den Spielen ihre Bewährungsprobe: Sie haben schwere Regengüsse und sogar einen Tornado in der Trainingsphase der Reiter unbeschadet überstanden.
Das Material für die Bodenmatten wurde aus gebrauchten thermoplastischen Dachbahnen gewonnen. Die dafür benötigten rund 400 Tonnen entsprechen ca. 300.000 qm Altdachbahnen oder durchschnittlich rund 100 Flachdächern. Die Bahnen werden geschreddert, aufgeschmolzen, extrudiert und in Form gepresst. Das Material kommt so in einen Wertstoffkreislauf und wird zu einem hochwertigen und sinnvollen Produkt aufgearbeitet.



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