EU-Risikobewertungen widerlegen UBA-Thesen zu PVC-Weichmachern

09. Februar 2007


Erster Kommentar zum UBA-Thesenpapier

„Phthalate – die nützlichen Weichmacher mit unerwünschten Eigenschaften“, Februar 2007


8.Februar 2007 - In dem am 07.02.2007 publizierten Thesenpapier des UBA werden Behauptungen über Phthalate aufgestellt, die unzutreffend und in wesentlichen Punkten von den amtlichen Risiko-bewertungen der EU widerlegt sind.

 

Erst im April 2006 hat die EU nach jahrelangen ausführlichen Untersuchungen Risikobewertungen für die am häufigsten verwendeten Weichmacher DINP, DIDP und DPB veröffentlicht, denen Experten aus den EU-Ländern vom Süden bis zum Norden – auch die des UBA – ausdrücklich zugestimmt haben.

 

So heißt es im Abschlußbericht zu DINP „Es ist unwahrscheinlich, dass Erzeugnisse, die DINP enthalten (Kleidung, Bauprodukte, Spielzeug und Babyausstattung) und Expositionsquellen (Innenräume von Autos und öffentlichen Transportmitteln, Lebensmittel und –Verpackungen) ein Risiko für Verbraucher (Erwachsene, Kinder und Neugeborene) bei Aufnahme durch Atemluft, Hautkontakt oder Nahrung verursachen.“ (Original in Englisch) Zudem heißt es ausdrücklich, dass so umfassende Kenntnisse vorliegen, dass kein Bedarf für zusätzliche Untersuchungen besteht.

 

Das UBA plädiert – trotz anders lautender Ergebnisse aus den amtlichen EU-Risikobewertungen über Phthalate und einer OSPAR-Einstufung als nicht-persistente und nicht-bioakkumulierende Stoffe – aus „Vorsorgegründen“ den Umwelteintrag von DINP und DIDP zu vermeiden. Andere Weichmacher werden pauschal abgelehnt.

 

Diese Empfehlungen werden nicht auf Grund von neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen abgegeben, sondern fußen allein auf einer Reihe von Vermutungen über Strukturähnlichkeiten, über eine angenommenen Bioakkumulation und Anreicherung in Böden und Sedimenten.

 

Allein die Ausweitung der Verwendung und höhere Produktionsmengen können eine angenommene Steigerung von Risiken nicht belegen – nicht akkumulierende Stoffe reichern sich selbst bei doppeltem Eintrag in die Umwelt nicht an.

 

Das Argumentarium „Kunststoff & Phthalate“ von Dezember 2006 enthält weitere Informationen

http://www.agpu.com/fileadmin/user_upload/information_herunterlade/Phthalate_12_06.pdf

 

PVC wird seit über 50 Jahren hergestellt und gehört zu den bekanntesten und wichtigsten Kunststoffen. PVC fällt in der Produktion als weißes Pulver an und wird vor der Verarbeitung zu Produkten mit einer Reihe von Additiven vermischt, wie dies bei anderen Werkstoffen (Glas, Stahl, Beton etc.) auch geschieht. So kann man aus PVC-Rohstoff je nach Auswahl der Zusatzstoffe ein dickwandiges Rohr oder eine hauchdünne Folie zum Verpacken von Frischfleisch herstellen. Weichmacher werden zugegeben, um Produkte wie Telefonkabel oder Duschvorhänge flexibel zu machen.

 

Im Übrigen müssen auch die vom UBA im Kapitel 8 aufgelisteten Alternativen zu Weich-PVC-Produkten ökologisch und technisch geprüft werden. Solange diese Fragen für die Substitute nicht beantwortet sind, werden Weich-PVC-Produkte, wie pflegeleichte und emissionsarme Bodenbeläge, sichere Kabel, Korrosion schützender Auto-Unterbodenschutz, allergiearme Medizinprodukte und vieles mehr ihren Platz behaupten können.

 


=> Die obige Stellungnahme können Sie hier als Adobe-Acrobat-Datei herunterladen.

 


Weitere Informationen:
Arbeitsgemeinschaft PVC und Umwelt e.V.
Werner Preusker, Geschäftsführer
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