Waschmaschine, Trockner & Co.: Umweltbewusst bei Alt und Neu
11. Februar 2010
Kunden achten beim Neukauf vor allem auf Energieeffizienz – Kabelrecycling bei Altgeräten seit langem bewährt
Der Wirtschaftskrise zum Trotz wird sich der Inlandumsatz von Elektrohaushaltsgeräten nach Angaben des Zentralverbands Elektrotechnik und Elektroindustrie (ZVEI) voraussichtlich um 3 % erhöhen. Maßgeblich für diese Entwicklung sei vor allem der wider Erwarten gestiegene Umsatz bei Elektrogroßgeräten. Für 2010 rechnet man bei einzelnen Produktgruppen wie Waschmaschinen oder Wäschetrockner gar mit Wachstumsraten von 6 % bis zu 19 %.
Nach Einschätzung des ZVEI ist diese Entwicklung auf eine Verschiebung der Nachfrage zu höherwertigen Geräten zurückzuführen. Bei der Kaufentscheidung spielt dabei neben dem Wunsch nach einer komfortableren Ausstattung auch das gestiegene Umweltbewusstsein eine Rolle, - die Kunden achten verstärkt auf die Energieeffizienz der Geräte.
Ein schlechtes „Umweltgewissen“ muss man mittlerweile auch bei den ausgetauschten Altgeräten nicht mehr haben. So soll das im März 2005 von der damaligen Bundesregierung erlassene Elektro- und Elektronikgerätegesetz nicht nur für die Verringerung des Schadstoffgehaltes in neuen Produkten sorgen. Ziel ist auch, Sammel- und Recyclingquoten zu erhöhen.
Beruhigt „Auf Wiedersehen“ sagen zur ausgedienten Waschmaschine kann man im wahrsten Sinne des Wortes zumindest in Bezug auf die Kabel und deren Ummantelungen aus PVC und anderen Kunststoffen. Denn hier können Politik und Verbraucher auf bereits langbewährte Recyclingwege vertrauen. Einen Großteil der Kabel bereiten seit Jahrzehnten Kabelzerlegebetriebe im werkstofflichen Verfahren auf. Dabei werden zunächst mittels klassischer mechanischer Verfahren, wie z.B. Zerkleinerung durch Schneidmühlen, Verkugelung der Litzendrähte und Trennung der Isolationsstoffe durch Siebung und Windsichtung Kupfer, Aluminium sowie die Kabelummantelungen getrennt zurückgewonnen.
In seinem zweiten Leben wieder begegnen kann man dem alten PVC-Kabel der Waschmaschine dann in Form von Recyclat, das zu einer Reihe von hochwertigen Produkten weiterverarbeitet wird: Im Straßenverkehr als Bakenfuß und Leitschwelle, in der Garageneinfahrt als Rasengitterelemente oder als robuster Bodenbelag in Boutiquen, Cafés und Supermärkten, um nur einige Beispiele zu nennen.
Ein weiterer Verwertungsweg für Kabelummantelungen ist das Löseverfahren, beispielsweise das Vinyloop Verfahren des Unternehmens Solvay. Dieser Recyclingweg macht sich die vollständige Löslichkeit von PVC in bestimmten Lösemitteln zunutze und ist vor allem für Verbunde sehr gut geeignet. Die Qualität des so gewonnenen Recyclats ist sehr hoch, so dass das Compound keiner zusätzlichen Aufbereitung mehr bedarf und sofort wieder eingesetzt werden kann.




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